AfD bei DGB Gewerkschaftsmitglieder offenbar beliebter als uns lieb ist.

Erschreckend viele Gewerkschaftsmitglieder wählten die AfD. Wie kann es sein, dass Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter Parteien unterstützen, die Gewerkschaften negativ gegenüberstehen.

Hier mein Text, den ich für die Freitag-Community geschrieben habe

Hier die Grafiken zum Text, die sich im Freitagsblog nicht veröffentlichen lassen:

2021

2017

Daraus ergeben sich für mich folgende Fragen:

    • Was ist in der Aufklärung schief gelaufen, dass gerade die rechtsradikale AfD so viele DGB-Gewerkschaftsstimmen bekommen hat?
    • Ist es aus Sicht der DGB Gewerkschaften nicht sinnvoll herauszufinden wie hoch der tatsächliche Stimmenanteil der genannten Parteien sind? Oder scheuen sich viele Personen auf der Funktionärsebene vor dem Ergebnis?
    • Wird das Thema überhaupt als Problem wahrgenommen ? – und welche Priorität wird diesen Thema gewidmet?
    • Gibt es eine ausführliche Analyse über diese Thematik?
    • Welche Strategien gab es bisher und wie haben sie gewirkt
    • Die offensichtliche Strategie, die AfD als antidemokratische Partei nicht im Parteiencheck, bzw gesondert zu berücksichtigen, war offensichtlich nicht vom Erfolg gekrönt.
    • Welche Strategien befolgen die Gewerkschaften zukünftig diesen denkwürdigen Trend entgegenzusetzen?
    • Und abschließend, auch als Gewerkschaftsmitglied gefragt:  Wie überzeugen wir Kolleginnen und Kollegen davon, keine Parteien zu wählen, die die Interessen der abhängig Beschäftigten wenig Beachtung schenken, auch wenn sie es behaupten.

In einem nächsten Schritt hoffe ich auf Antworten normaler Mitglieder auf der einen Seite und auf der anderen Seite auf Antworten von der Funktionärsebene. Ergebnisse oder Erkenntnisse werde ich dann hier in meinem Blog mitteilen.

Tarifverhandlungen: Erst Erwartungsmanagement dann Enttäuschungsmoderation

Eigentlich sind es bei Tarifverhandlungen, aus gewerkschaftlicher Sicht, immer dieselben Abläufe und lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Erst wird mit logistischen Aufwand Erwartungsmanagement betrieben und nach dem Kompromiss die Enttäuschungen moderiert.

Auch Letzteres wird auch Ver.di nach dem ÖD-Abschluss mit genauso großen Aufwand tun müssen. Es mag ja sein, dass Christine Behle recht hat, wenn sie erwähnt, dass unter den jetzigen Corona Bedingungen nicht mehr zu erreichen war.

In der Mitgliedschaft war allerdings die Erwartung, nach der mit großen Aufwand betriebenen digitalen Erwartungsmobilsation, sehr groß. Und nun werden die geforderten  4,8% nicht mal auf die 28 Monate gestreckt. (ca. 3,2%-untere Einkommensgruppen mehr). Corona Prämie hin, Corona Prämie her. Warum immer 12 Monate fordern, wenn ohnehin nie 12 Monate abgeschlossen werden? Schon alleine aus logistischen Gründen werden die beiden Gewerkschaften (ver.di und Tarifunion) nicht jedes Jahr Tarifverhandlungen mit all dahinterstehenden Prozessen führen können. Aber warum wird das nicht in der Phase „Erwartungsmanagement“ nicht so kommuniziert, dass hier eine Enttäuschung erst gar nicht präsent wird?
Warum wird nicht im Vorfeld schon kommuniziert, dass die Forderungen eine Forderung ist, die im Kompromissverfahren (Tarifverhandlungen) so niemals durchkommen wird, weil es „in einer schwierigen Situation“ eben haLT schwierig ist? Weil es kampagnenschädlich ist?

Mal abgesehen gibt es sicher auch gute Gründe, weil doch mehr drin war!
Das wird im Prozess „Enttäuschungsmoderation“ sicherlich professionell und „aufsuchend“ (weg)moderiert werden. Bei ver.di müssen die Mitglieder in einer eine Umfrage befragt werden. Ich bin sicher, dass die Mehrheiten dafür von der Gewerkschaftsführung organisiert werden.

Den die ver.di leute sind hochprofessionell. Sowohl in der Phase „Erwartungsmanagement, als auch in der Phase „Enttäuschungsmoderation“

Hier die Statements der ver.di Führung -und hier die PM der VKA

PS: Die Pflegekräfte übrings bekommen mehr Erhöhungen, als der restliche Öffentliche Dienst. Gut so! In den betroffenen Nähverkehrsunternehmen muss das Ergebnis noch in den laufenden Manteltarifverhandlungen eingearbeitet werden. Für Flughäfen und Sparkassenpersonale gibt es ebenfalls Sonderreglungen.

 

Frau Wagenknecht und ihre Positionen zur Flüchtlingspolitik

Sarah Wagenknecht hat im Zusammenhang mit der Haltung der Essener Tafel ein Interview im Deutschlandfunk gegeben und dabei ihre Position zur Flüchtlingspolitik noch mal dargelegt. Da ihre Position in der eigenen Partei nicht allen gefällt, haben sich wie üblich andere linke Politikerinnen und Politiker negativ in den sozialen Netzwerken geäußert.

Unter anderem die Gewerkschafterin Katharina Schwabedissen (bis 2016 Mitglied Partei „Die Linke“ *), ver.di Funktionärin und ehemalige Spitzenkandidatin der Linke in NRW.

 

Ich habe mich irgendwie bewogen gefühlt, mich mit Katharina  in einem Meinungsaustausch einzutreten.

Ich bin bin ich froh, dass Frau Wagenknecht als linke Politikerin, mit der ich wahrhaftig nicht mit allem übereinstimme, im Subtext des Interviews folgende Frage in den Vordergrund stellt: Wie soll Menschen gesagt werden, dass Flüchtlinge keine bedrohliche Konkurrenz darstellen, wenn sie selbst nichts anderes als Ellbogen, Wettbewerb und Respektlosigkeit erfahren?

Die Wettbewerbsgesellschaft gehört  in frage gestellt und anstelle muss für eine solidarische Kooperationsgesellschaft gestritten werden. Das wäre ein Garant für offene Grenzen. Das erwarte ich als progressiver Wähler von linken Parteien.

 

* Katharina Schwabedissen ist lt. Facebookpost im Dezember 2016 aus der Linkspartei ausgetreten. Wohl wegen Sarah Wagenknecht.